Kreisläufer – 50 Jahre Vereinsheft des VfL Fredenbeck

Das Vereinsheft des VfL Fredenbeck, der Kreisläufer, geht im August 2026 in seine 50. Saison. Anlass genug, einmal einen Rückblick über 50 Jahre Spitzenhandball beim VfL Fredenbeck zu machen und dabei im Blick zu haben, was sich auf und neben dem Spielfeld in 50 Jahren verändert hat.

Man kann es sich heute kaum noch vorstellen, wie in den 1980er Jahren alles rund um den Handball in Fredenbeck lief. Im Internet schnell mal die aktuellen Ergebnisse checken, Spielverläufe im Liveticker verfolgen oder gar im Stream ganze Spiele live verfolgen – all das war damals natürlich nicht möglich. Wie lief es damals, was hat sich geändert?

Ergebnisse nur in der Tageszeitung oder im TV

Am Sonntag saß man abends vor dem Fernseher und verfolgte im dritten Programm die Sportsendung. Am Ende der Sendungen wurden dort im Abspann u.a. die Ergebnisse der norddeutschen Vereine im Handball eingeblendet. Da war die Freude groß, wenn man plötzlich sah: Der VfL Fredenbeck gewann am 11. April 1984 mit 30:27 beim TSV Verden. Es folgte am 25. April ein 18:16-Heimsieg gegen den TSB Flensburg. Und damit war für den Aufsteiger VfL Fredenbeck die Vizemeisterschaft in der Regionalliga erreicht (Handewitt wurde übrigens Meister, Altjührden Dritter). Endete der Abspann der Sportsendung aus Zeitgründen zu früh, musste man auf den Montagmorgen warten. Die Zeitung noch nicht im Briefkasten? Dann gab es das Ergebnis vom Wochenende erst auf dem Schulweg im Bus, auf dem Weg zur Arbeit oder vielleicht beim Einkaufen.

Fachzeitschriften berichten über den VfL Fredenbeck

Der VfL qualifizierte sich 1985 für die damals neu gegründete 2. Bundesliga. Ab jetzt wurde in den Fachzeitschriften „Handballwoche“ und „Handball Magazin“ regelmäßig über den VfL Fredenbeck berichtet. Im August veröffentlichten die beiden Verlage stets die kompletten Spielpläne für die Saison der 2. Bundesliga mit Mannschaftsfoto und Kader aller Teams. Wer aktuelle Spielpläne oder Ergebnisse abgreifen wollte, musste bis Mitte der 1980er Jahre warten, dann gab es diese im regionalen Videotext.

Der VfL Fredenbeck im Fernsehen

Als der VfL Fredenbeck Ende der 1980er Jahre gar an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga mitmischte, wurde auch im regionalen Fernsehen über die Spiele des VfL Fredenbeck berichtet. Zunächst im dritten Programm, später kamen auch die Teams von RTL und Sat.1 in die Geestlandhalle. Erstmals übertrug der TV-Sender „Vox“ in den 90er Jahren ein Bundesligaspiel des VfL Fredenbeck sogar live. Später sah man auch in der ARD-Sportschau Live-Aufnahmen eines Spiels gegen den THW Kiel (siehe Foto). Dafür wurde extra die Anpfiffzeit in der Geestlandhalle vorverlegt. Sportmoderator Heribert Fassbinder begrüßte auch die Fredenbecker Fans mit einem „Guten Abend allerseits“. Das „Handball-Magazin“ wählte Zbigniew Tluczynski und Christian Schwarzer 1990 in die „Mannschaft des Jahres“. Auch das DHB-Pokalspiel gegen den VfL Hameln wurde damals vom Sender „DSF“ live übertragen. Ralf Motil berichtete für den Radiosender RSH in Auszügen live aus der Geestlandhalle. Und auch bei Auswärtsspielen war der Sender aus dem hohen Norden am Mikrofon mit dabei.

Das digitale Zeitalter beginnt

Die erste Homepage

Schon Ende der 1990er Jahre gab es die erste Homepage des VfL Fredenbeck. „Schon“, weil viele andere Vereine – selbst aus den Bundesligen – dies erst viele Jahre später schafften. Auf der VfL-Homepage (hier ein Screenshot aus dem Jahr 2001) veröffentlichte Pressewart Jörg Potreck Ergebnisse, Spielberichte und Fotos – heute eine Selbstverständlichkeit.

Die Spielpläne mit allen Ergebnissen des VfL Fredenbeck sowie den Abschlusstabellen ab 1980 sammelte er damals und stellte diese Jahrzehnte später auf die Homepage des VfL Fredenbeck. Bei den älteren Daten half Klaus Brokelmann aus. Und somit haben wir heute ein für so einen kleinen Verein wohl einzigartiges Online-Archiv, das auch andere Vereine gern besuchen. Schauen Sie doch mal herein: (https://vfl-fredenbeck.de/team-history/). Auch sämtliche Ergebnisse des VfL Fredenbeck im DHP-Pokal sind jetzt abrufbar: (https://vfl-fredenbeck.de/dhb-pokal-1-herren-handball/).

Musik In der Geestlandhalle

In der Geestlandhalle wurden in den 1990er Jahren CDs abgespielt. Irgendwann kamen dann die beschreibbaren CDs auf den Markt. Jetzt war es möglich, Songs in der gewünschten Reihenfolge aufzunehmen. In den 2000er Jahren konnten die Lieder am Computer bearbeitet werden. So entstanden die Jingles, also direkt abspielbare Ausschnitte aus den Songs. Mit dem Streaming war es ab den 2010er Jahren schließlich möglich, beliebige Songs aus dem Internet herunterzuladen. Die Stimmen aus der Sprecherkabine kamen damals von Manfred Köhlmann, Hans Müller, Frowin Wolf, Peter Hoffmann oder Dirk Ludewig (auf dem Foto). Ihnen folgten Marcus Ahrend und aktuell Michael Peyke.

In der Halle durfte man damals während des Spiels auf der Tribüne nichts trinken, während man heute ganz entspannt mit einem Kaltgetränk das Spiel genießen kann. Dafür war das Rauchen in der Geestlandhalle (nach dem Spiel) erlaubt – heute unvorstellbar.

Es war gar nicht so einfach, vor den Heimspielen einen Parkplatz zu bekommen. Kurz vor Spielbeginn parkten die Zuschauer an der Hauptstraße, von der Kreuzung am Friedhof bis hin zu den Straßen „Hüttenweg“ bzw. „An der Börne“. Oft mussten Polizei oder Feuerwehr bei der Verkehrsregelung aushelfen, da es an der Kreuzung an der Hauptstraße noch keine Ampel gab. Das Foto zeigt Thorsten Dietrich und Rüdiger Engelhardt (Freiwillige Feuerwehr Fredenbeck) Mitte der 1990er Jahre vor einem Spiel, bei dem der NDR zu Gast war.

Die freien Flächen über und unter den Stehplätzen in der Geestlandhalle wurden schnell mit Werbebannern behängt. Heute sind wir auch hier in der Geestlandhalle digital. Über einen Beamer laufen schon seit Jahren die Logos unserer Sponsoren. Seit der Saison 2025/26 haben wir zwei LED-Bildschirme links und rechts neben den Bänken der Mannschaften. Irgendwann in Zukunft wird man davon sicher noch viel mehr sehen.

Nach dem Spiel ins Vereinslokal

Nach dem Spiel trafen sich in den 1980er Jahren Mannschaft, Fans und Presse im Vereinslokal. Das war in den 1980er Jahren die Gastwirtschaft „Zur Linde“, die in den 1990er Jahren von einem italienischen Restaurant übernommen wurde. Für die Handballer ging es daher auf die andere Seite der Straße in den „Niedersachsenhof“. Als der VfL Fredenbeck noch in der Bundesliga spielte, zog es auch den einen oder anderen Gästeverein nach dem Spiel in das Vereinslokal. Und gerade die Gäste aus dem Süden Deutschlands staunten nicht schlecht, dass es in Fredenbeck so etwas wie eine Sperrstunde nicht gab. Hier wurde manch ein Sieg bis in die Morgenstunden gefeiert und selbst die gegnerische Mannschaft wollte nicht mehr in ihren Bus einsteigen… Nachdem der „Niedersachsenhof“ Anfang der 2000er Jahre abbrannte, war die ehemalige „Dorfschänke“ der neue Treffpunkt für die Fredenbecker Handballer. Später wurde aus der „Dorfschänke“ die „Niedersachsenschänke“ (siehe Foto). Heute trifft man sich im „Freden-Eck“ (damals der Imbiss in unserem Dorf).

Das Hallenheft „Kreisläufer“

Auch unser Hallenheft, der „Kreisläufer“, hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert und damit auch die Produktion. 1993 habe ich den „Kreisläufer“ übernommen. Der VfL spielte damals in der 1. Bundesliga. Texte schreiben – das lief zum Glück schon am Computer. Der „C64“ und der „Amiga 500“ wurden durch einen „richtigen“ Computer ersetzt. Der erste hatte eine Festplatte mit 80 MB Speicher. Ich erinnere mich an die Kommentare meiner Freunde damals: „So viel Speicher wirst Du nie brauchen…“. Heute könnte man nicht mal 20 Fotos auf jener Festplatte speichern. Auf eine 256 Gigabyte-SD-Karte hingegen passen heute inzwischen mehr als 40.000 Fotos.

Nach dem Handballspiel musste zunächst ein Film entwickelt werden. Anschließend konnten die Negative gesichtet und erste Fotos im eigenen Fotolabor entwickelt werden. Waren diese an der Leine getrocknet, begann das „Digital-Zeitalter“. Mit einem Handscanner wurden die Fotos (schwarz-weiß) eingescannt. Am Computer gab es schon erste Grafik-Programme, mit denen man mehr als mit Word machen konnte. Nachdem die Gestaltung der Seiten am PC abgeschossen war, wurden die Daten auf einer Diskette gespeichert. Wegen der für damalige Verhältnisse sehr großen Datenmenge reichten normale Disketten mit 1,5 MB nicht mehr aus. Die neuen 100 MB-Disketten halfen da weiter. Später waren es beschreibbare CD-Rohlinge und schließlich USB-Sticks.

Und heute? Der „Kreisläufer“ erscheint komplett in Farbe. Fotos werden mit der digitalen Kamera gemacht. Acht Bilder pro Sekunde – da ist man auf der sicheren Seite, ein ordentliches Foto zu machen. Die digitalen Spiegelreflexkameras sind inzwischen auch so lichtempfindlich, dass man ohne Blitzlicht fotografieren kann. Ein gutes Objektiv mit einer offenen Blende von 1,8 und schneller Scharfeinstellung ist da von Vorteil. In den 1980er Jahren musste man die Schärfe noch manuell regeln. Bei Sportaufnahmen war dies eine Herausforderung. Auch heute wird am Ende eine hochauflösende PDF-Datei erstellt, welche dann natürlich nicht mehr zur Druckerei gefahren werden muss. Die Übertragung der Daten läuft digital. Das Einzige, was sich nicht verändert hat: Die Hefte müssen freitags (mit Glück auch schon donnerstags oder gar mittwochs) in Stade abgeholt werden. Im Dorf werden dann ein paar Exemplare (Edeka, Bäcker Dietz, Freden-Eck und Gotthard) verteilt, der Rest geht in die Geestlandhalle.

Schon in den 1980er Jahren machte Jörg Potreck Fotos für den „Kreisläufer“. Verletzt am Boden: Stefan Stop wird von Physiotherapeut Karl-Heinz Busacker betreut. Daneben Hausmeister Helmut Sievers (links) und Betreuer Ludwig Müller im Jahr 1987.
Einer aus dem eigenen Nachwuchs: Ralf Uhding als Spieler (das Foto zeigt ihn in Nettelstedt) und vorne als Manager (nach dem Aufstieg 1996 in die 1. Bundesliga).
Kreisläufer Gunnar Schmidt in Aktion. Rechts daneben Maik Heinemann.
Kapitän Gunnar Schmidt nimmt die Auszeichnung für den Aufstieg 1996 in die 1. Bundesliga entgegen.
VfL-Fan und später auch Betreuer Roland Remstädt vor einem der Pokalspiele der Saison 1994/95.
Christian Schwarzer kommt als Nationalspieler zurück nach Fredenbeck, wo er 1988 als 18-jähriger in die 1. Bundesliga aufgestiegen war.
Dr. Ulrich Beckmann und Ralf Uhding präsentieren das neue VfL Logo.
Dennis Marinkovic gibt Autogramme in der Geestlandhalle.
Nach oben scrollen